

Wie kann man einen "Konflikt" definieren und wodurch unterscheidet er sich von "Auseinandersetzungen", "Streitigkeiten", "Meinungsverschiedenheiten" oder ähnlichen Begriffen?
Wir favorisieren eine Definition von Friedrich Glasl*, die etwas sperrig erscheint, jedoch aus unserer Sicht die beste Trennschärfe aufweist:
"Sozialer Konflikt ist eine Interaktion
zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.)
wobei wenigstens ein Aktor
Unvereinbarkeiten
im Denken / Vorstellen / Wahrnehmen
und / oder Fühlen
und / oder Wollen
mit dem anderen Aktor (den anderen Aktoren) in der Art erlebt,
dass im Realisieren eine Beeinträchtigung
durch den anderen Aktor (die anderen Aktoren) erfolge."
Gegeben sein muss also ein aufeinander bezogenes Kommunizieren oder Handeln, eine zumindest einseitig erlebte Unvereinbarkeit in einem oder mehreren Bereichen der menschlichen Wahrnehmung und Gestaltung sowie eine erlebte Beeinträchtigung für die Verwirklichung der eigenen Gedanken, Gefühle oder Handlungsabsichten durch Andere.